Die Kräutergruppe des Kulturbundes OG Lengenfeld traf sich zu ihrer alljährlichen Kräuterwanderung am Samstag, den 25. April diesmal in Rützengrün.

Mitglieder der Gruppe sind Tina und Christian Schürer, die im achtköpfigen Familienbetrieb, dem Bauernhof Gruschwitz in Rützengrün leben und arbeiten. Inzwischen gehören ca. 200 ha Fläche, vor allem Grünland für die Futtergewinnung zum Betrieb. Dabei hat die Familie schon seit den 90er Jahren auf die extensive Bewirtschaftung, ohne chemische Düngemittel oder Pflanzenschutzmittel gesetzt. Das Ergebnis sahen wir nun vor uns. Eine Wiese voller Vielfalt an Kräutern.

Der Regen Anfang der Woche hatte alles kräftig sprießen lassen. So fanden wir auf Schritt und Tritt viele Wildkräuter, wie Wiesenkerbel, Wiesenlabkraut, Frauenmantel, Schafgarbe oder das Wiesenschaumkraut, natürlich auch den Löwenzahn, Gänseblümchen, Ehrenpreis, Spitzwegerich oder verschiedene Kleesorten aber auch  Hahnenfuß und Sauerampfer. Das sichere Bestimmen und der Austausch darüber, was und wie man sie verwendet war für alle interessant und bald füllten sich die mitgebrachten Körbchen mit den Wildkräutern, aus denen wir später einen frischen Salat und einen Tee bereiten wollten. Als wir den nahe gelegenen Waldrand erreichten, fanden wir dann auch junge Himbeer- und Brombeertriebe, Gundermann und Scharbockskraut ….aber auch die Brennnessel und den von viele Gartenbesitzern ungeliebten Giersch. Sie mögen den stickstoffreichen Boden, der vom Laub der Bäume entsteht. Brennnesselspitzen und junge Gierschtriebe sammelten wir für den anschließenden Mittagsimbiss.

Zurückgekehrt auf den Bauernhof Gruschwitz hatten uns die Gastgeber den noch freien Entenstall, geputzt und mit Bänken und Tischen versehen zur Weiterverarbeitung und dem geselligen Beisammensein zur Verfügung gestellt. Für den ersten Hunger gab es mitgebrachtes frisches Brot und Bärlauchaufstrich. Dann ging es an das Verlesen oder Waschen der gesammelten Kräuter, Salatteller füllten sich und wurden mit einem Klecks Dressing und ein paar Nüssen als Topping versehen, erst vorsichtig und dann doch auch genüsslich probiert. Die Brennnesselspitzen und die Gierschblätter wurden blanchiert, ausgedrückt und klein geschnitten zu einer Quiche verarbeitet, die im Backofen des Hofes fertiggebacken wurde.

Die Wartezeit nutzten wir dann auch für einen Rundgang auf dem Bauernhof, wo wir uns von einer klugen Tierhaltung, die wirtschaftlich, aber auch artgerecht geführt wird, überzeugen konnten. Dabei konnten wir sogar Zeugen der Geburt eines Kälbchens werden. Alles war so entspannend und friedlich. Bei einer Tasse Kaffee und selbstgebackenem Kuchen saßen wir noch eine Weile im Sonnenschein und tauschten uns über das Gesehene und Erlebte aus.

Riesendank an unsere Gastgeber und ihr Team, sowie alle, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben.

Die Kräutergruppe trifft sich ansonsten monatlich einmal, jeweils am 2.Dienstag im Türmchen des Lengenfelder Rathauses um 19:00 Uhr. Auch da geht es nicht nur theoretisch zu. Unser nächstes Thema im Juni dreht sich um die „Gesundheit aus dem Bienenstock“, gestaltet von zwei Mitgliedern unserer Kräutergruppe.

Ute Wolf